AUS EINEM SCHOPF DAS BESTE MACHEN
Wohnraum für eine Familie mit 7 Kindern
Die Ausgangslage war ein Haus mit angebautem Schopf. Die Grundsubstanz war soweit gut. Das Dach aber sehr alt und teilweise einsturzgefährdet. Das Wohnhaus hat die Familie bereits vor dem Einzug renoviert und instandgestellt. Die drei kleinen Schlafzimmer und das sehr kleine Bad, welches damals der Küche weggenommen wurde, reichten aber nicht mehr aus.
Der angebaute Schopf versprach die ideale Lösung. Einfach ausbauen und bewohnen war die Idee. Aufgrund des alten Daches und der grossen Niveauunterschiede war das nicht so einfach wie zuerst gedacht.
Zusammen mit dem Architekt wurde das Gebäude genau ausgemessen. In intensiven Gesprächen wurden Ideen auf die Familie zugeschnitten und zu Papier gebracht. Bald waren die ersten Projektvorschläge da. Von Anfang an war klar, dass der Umbau mit viel Eigenleistungen und mit möglichst wenig Fremdkapital erstellt werden musste. Bauherr Beat Häne ist Schreiner und hat eine eigene kleine Schreinerei in Tuttwil. Er wollte für den Umbau ein halbes Jahr Arbeit für Eigenleistungen investieren (siehe dazu auch Interview).
Auch die Kinder halfen mit.
Nachdem für alle Fremdarbeiten Handwerker-Offerten vorlagen und die Baubewilligung endlich erteilt wurde, konnte es losgehen. Zuerst wurden die nicht mehr brauchbaren Gebäudeteile demontiert und entsorgt. Anschliessend eine neuen Bodenplatte und zusätzliche Fundamente gegossen.
Diese Arbeiten wurden vom Baumeister erbracht. „Als Schreiner konnte ich vor allem beim Erstellen und Demontieren der Schalungen gut mithelfen“, sagt Beat Häne, „und die Kinder halfen beim Reinigen des Schalungsmaterials“.
Der Holzbau wurde in Zusammenarbeit mit einem befreundeten Zimmermann aufgerichtet und eingedeckt. Anschliessend wurde auch das Dach über dem bestehenden Wohnhaus ersetzt.
Bausicherheit war wichtig
Im Herbst war der Rohbau fertig. Die Ausbauarbeiten mitsamt den Installationen wurden nun grösstenteils im Alleingang erstellt. Dank vielen Hinweisen und guten Ideen konnte teilweise sehr hochwertiges Baumaterial zu günstigen Preisen eingekauft und verbaut werden.
Besonders hohen Wert legte die Familie auf die Sicherheit während der Bauphase. Die Kinder benutzten die Baustelle nur allzu gerne als Spielplatz.
Auch gab es viele Knackpunkte zu lösen. Besonders die Übergänge zwischen bestehendem Haus und dem Anbau waren anspruchsvoll. Der Umbau der Küche war der heikelste Punkt, da die bestehende Küche vergrössert und ersetzt wurde. Diese Arbeiten konnten glücklicherweise im Herbst bei gutem Wetter durchgeführt werden. So wurde der Gartengrill besonders häufig genutzt und zur Not konnte die Küche der Eltern benutzt werden.
Raumprogramm
Vorher:
Wohnzimmer
Küche (sehr klein)
Dusche / WC (sehr klein)
3 sehr kleine Schlafzimmer (ca. 6m2)
2 Schlafzimmer
1 Schopf
1 Estrich
Nachher:
Wohnzimmer
Essraum bei Küche
Wohnküche
Dusche / WC
Badezimmer
Garderobe
5 Schlafzimmer
1 sehr kleines Schlafzimmer
grosszügiger Dachraum
Schmutzschleuse
Ansichten vor dem Umbau
Autor:
Simon Schönenberger, dipl. Architekt FH / SIA
Oberdorfstrasse 5, 9535 Wilen b. Wil










