DER ECHTE HAUSSCHWAMM - EINE GEFAHR IN IHREM HAUS?

Ein hartnäckiger "Gast"

Der Echte Hausschwamm tritt vorwiegend in Altbauten, „vergessenen“ Kellern und nach unsachgemäss durchgeführten Sanierungen auf. In den meisten Fällen greift er dem Erdboden nahestehende Gebäudeteile an. Dabei kann er sowohl Laub- als auch Nadelholz durch die erzeugte Braunfäule rasch und völlig zerstören. (Braunfäule = braun gefärbtes, würflig brechendes Holz – keine Tragfähigkeit mehr!)
Ursache des Befalls ist immer eine hohe Luft- oder Holzfeuchtigkeit. Die Sporen des Echten Hausschwammes können über lange Zeit im Trockenen überleben und dann aktiv werden, wenn die idealen Lebensbedingungen eintreten.

Problematisch ist insbesondere die Lagerung von Holz aller Art auf feuchten Lehmböden, z.B. im Keller. Mit Hilfe der Pilzfäden und –strängen (Myzel) kann sich der Pilz rasch und weit ausbreiten. Er kann sogar durch Mauerwerk oder Isolationsmaterial dringen, ohne dieses zu zerstören, und neues Holz befeuchten und angreifen.

Erkennungsmerkmale:

Echter Hausschwamm

Typische Befallsituation

Der Echte Hausschwamm ist erkennbar am weissen, watteartigen Luftmycel, das sich stellenweise gelblich, im Alter grau bis grünlich oder violett bis tonfarbig verfärbt. Am hellen Mycel bilden sich Pilzstränge aus, die bis Bleistiftdick sind. Der Fruchtkörper ist meist flach und pfannkuchenartig auf der Unterlage ausgebreitet. Er ist schwammig, aber zäh und hat in der Mitte Falten oder Gruben von blassgelber bis rostbrauner Farbe.

Mögliche Ursachen des Befalls (eine Auswahl):

  • ungenügende oder defekte Abdichtungen gegen Feuchtigkeit
  • schlechte Austrocknung von Neubauten
  • zugeschüttete oder ungelüftete Unterbodenräume
  • Verwendung von nicht sachgerechten Baumaterialien (feuchtes Holz, falsche Isolationen etc.)
  • wenig durchdachte Pläne für Um-, Aus- oder Neubau eines Gebäudes
  • unzureichende Ausführung von Um-, Aus- oder Neubauten oder unzureichende Kontrollen
  • Verwendung von Holz in feuchten Bereichen eines Gebäudes
  • mangelnde Wartung und Pflege eines Gebäudes (Regenrinnen, Bedachung, Anstriche, Dränagen etc.)
  • Defekte an Installationen

Echter Hausschwamm (Serpula lacrimans)

Ideale Lebenbedingungen:
Temperatur 3-26°C
Holzfeuchte 25-55%
Hohe Luftfeuchte, wenig Luftzug.

Übertragungswege:
Eigenes Wachstum
Verschleppung der Sporen durch Schuhe, Haustiere, Luftzug, Abbruchholz

Was tun bei Verdacht?

Es gibt ähnliche, aber weit weniger gefährliche Pilze. Auch andere Erscheinungen können unter Umständen für Stränge des Echten Hausschwammes gehalten werden (z.B. alte Spinnenweben oder Wurzeln). In jedem Fall sollte zur Sicherheit bei einem vorgefundenen Schaden zuerst die Pilzart von einem darauf spezialisierten Labor bestimmt werden.
Der echte Hausschwamm gilt als der gefährlichste und am schwierigsten zu bekämpfende Bauholzpilz.

Sanierung

Bei einem Befall durch den echten Hausschwamm ist eine fachgerechte Sanierung zwingend erforderlich.
Der Pilz muss durch geeignete Massnahmen vollständig abgetötet werden, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Alle infizierten Holzteile müssen grosszügig entfernt und das benachbarte Mauerwerk sterilisiert werden. Die Ursache für den Pilzbefall ist zu ermitteln, die Quelle der Feuchtigkeit zu finden.
Ohne die nötige Sachkenntnis ist eine erfolgreiche Sanierung nicht durchführbar.

Der Autor steht für weitere Auskünfte und Beratungen gerne zur Verfügung.

Autor:

Simon Schönenberger, dipl. Architekt FH/SIA
9535 Wilen, Tel. 071 920 10 25