DIE EINZIGE, GÜNSTIGSTE UND SICHERSTE VARIANTE
Interview
Thurgauer Bauer: Wie war die Bauzeit für euch?
Monika und Beat Häne: Wir haben uns das Ganze viel schlimmer vorgestellt. Der Architekt hat uns aber von Anfang an vorgeschlagen, den Umbaubereich klar zu begrenzen. Dank dieser sauberen Abtrennung konnten wir trotzdem gut im bestehenden Haus weiterleben.
Kann man sagen, wieviel der Umbau gekostet hat und wieviele Stunden Eigenleistungen etwa eingesetzt wurden?
Alles in allem hat der ganze Umbau mit Material und Fremdleistungen etwas weniger als Fr. 300'000.- gekostet. Über die Stunden der Eigenleistungen haben wir nicht Buch geführt. Man kann aber in etwa sagen: ½ Jahr lang habe ich täglich ca. 11-12 Stunden am Bau gearbeitet.
Klar unterschätzt habe ich die Aufgaben der Bauführung: Das Organisieren aller Handwerker und Materialien, nahm vermutlich etwa 20% der meiner Eigenleistungen in Anspruch. Es gab Tage, da habe ich fast nur organisiert und herumtelefoniert. Zum Glück konnte ich jederzeit meinen Architekten zu Rate ziehen. Froh war ich auch um die vielen Tipps, das durchdachte Konzept und die Preisvergleiche, die er uns machte.
Hat das halbe Jahr für die Bauzeit gereicht?
Ja, dank ausserordentlichem Einsatz aller und der Mithilfe von Eltern und Verwandten hat das halbe Jahr gereicht.
Würdest Du heute das ganze wieder so machen?
Für uns war dies die einzige, günstigste und sicherste Variante. Klar, dass wir das Haus wieder so umbauen würden.
Und deine Frau?
(Frau Häne lacht) Mein Mann war noch nie so viel zuhause. Trotzdem hatte ich wenig von ihm, denn er war in Gedanken ständig am Bauen. Aber es war eine schöne Zeit.
Wo seid ihr an Eure Grenzen gekommen?
Es gab verschiedene Phasen, wo wir an unsere Grenzen kamen:
Der grösste Stress war die Zeit, bis wir die Baubewilligung bekamen. Besonders die Wünsche der Denkmalpflege haben uns manche schlaflose Nacht bereitet. Glücklicherweise kam dann doch noch eine vernünftige Lösung zustande.
Der Übergang von den Rohbauarbeiten zum Ausbau war auch eine schwierige Zeit. Was kommt zuerst, was später. Die Handwerker wechselten, alles musste neu organisiert werden. Und dann war noch die Hitze in diesem Sommer. Das Dach isolierte ich bei über 30°, da lief mancher Schweisstropfen und es brauchte enormen Durchhaltewillen.
Und was hat am meisten geholfen, diese Grenzen zu überwinden?
Während der ganzen Bauphase war ich gut motiviert. Jahrelang habe ich immer für andere gearbeitet. Es war für mich wie eine Auszeit. Jetzt komme ich an die Reihe, jetzt darf ich nur für mich und meine Familie arbeiten. Das war ein schönes Gefühl.
Welche Tipps würdet ihr jemandem weitergeben, der sein Projekt ähnlich angehen will?
Wichtig ist ein gutes Umbau-Konzept. Auch die saubere Abtrennung des Umbaubereichs würde ich jedem weiterempfehlen.
Besonders wichtig ist es auch in der Schlussphase genügend Zeit und Energie einzurechnen. Bei den Fertigstellungsarbeiten stellte ich plötzlich fest, dass auch beim Umbau des kleinen Hauses, den wir vor 10 Jahren gemacht haben, noch diese oder jene Abschlussleiste fehlt. Wenn man eingezogen ist, macht man das nicht mehr und lebt dann im unfertigen Haus.
Herzlichen Dank für das Gespräch und alles Gute im umgebauten Haus.
Autor:
Simon Schönenberger, dipl. Architekt FH/SIA
Oberdorfstrasse 3, 9535 Wilen
Tel. 071 920 10 25







